Sommers Charttechnik-Signale

DAX: Wird wieder alles gut?

Das jüngste Unterbieten des März-Tiefs im DAX von 8.913 Punkten um 10 Zähler (8.903) hat sich zunächst einmal als Bärenfalle erwiesen. Heute Morgen klettert der deutsche Leitindex sogar erstmals seit dem 31. Juli wieder über die Marke von 9.300. Also alles gut?

Nun, die Entwicklung ist sicherlich begrüßenswert. Um es gut werden zu lassen, müssen indes demnächst noch einige „Trümmer“ beiseite geräumt werden, den der DAX bei seinem jüngsten Rückfall hinterlassen hat.

Um das zu verstehen, werfen wir den Blick heute einmal etwas weiter zurück und auf einen für Sie vermutlich eher ungewohnten Chart. Auf diese Weise wird deutlich, worauf Sie bei der Charttechnik in den kommenden Wochen achten sollten.

Was Sie mit der 200-Tagelinie so alles anstellen können

Tagelinien, also die durchschnittlichen Schlusskurse über einen beliebig gewählten Zeitraum, sind hervorragende Trend-Indikatoren. So fungiert die 200-Tagelinie beispielsweise als Anzeiger für den langfristigen Trend eines Marktes.

Dabei ist allerdings nicht allein interessant, ob der Gleitende Durchschnitt über 200 Tage (GD200) steigt oder fällt. Sie können ebenso mit Hilfe des Abstandes von Kurs zu 200-Tagelinie die Trend-Stärke bemessen.

Auch das Verhalten eines Marktes gegenüber seinem GD200 ist aussagekräftig: Dreht der Markt nach einem Rücksetzer in einem Aufwärtstrend über, auf oder unter der 200-Tagelinie wieder nach oben?

Dasselbe gilt umgekehrt in einem Abwärtstrend. Ein Dreh vor Erreichen der Durchschnittslinie signalisiert einen starken Trend, ein Dreh nach Durchschneiden des GD200 zeugt von einem schwachen Trend.

Bei Betrachtung eines Index wie dem DAX, können Sie diese Analysen auch auf die Einzelwerte anwenden und aus den daraus abgeleiteten Verhältniszahlen weitere Erkenntnisse ziehen. So können Sie die Trend-Breite überprüfen.

Genau das zeige ich Ihnen in dem folgenden Chart:

 

Trend-Stärke und Trend-Breite im DAX

DAX mit Trend-Stärke und Trend-Breite_140819

Gesunkene Trend-Stärke und Trend-Breite geben Anlass zur Vorsicht im DAX

(Zum Vergrößern bitte in den Chart klicken!)

 

Der Chart zeigt den DAX auf Basis seiner täglichen Schlusskurse, also ohne das Auf und Ab während eines Handelstages, sowie zusätzlich seine 200-Tagelinie. Unten eingeblendet sehen Sie zwei Indikatoren.

 

Trend-Stärke

Der obere misst die Trend-Stärke anhand des Abstandes der DAX-Schlusskurse zum GD200. Klar zu erkennen: Der DAX ist erstmals seit Juni 2012 unter seine 200-Tagelinie gerutscht. Das muss definitiv als Warnsignal gewertet werden.

Hinweis zwischendurch: Wie Sie im Chart sehen, neigte der DAX im letzten Aufwärtstrend bei einem GD-Abstand ab +10% bis +15% zu Rücksetzern. Offensichtlich erreichte der deutsche Leitindex hier jeweils eine „überkauften Zustand“. Solche Erkenntnisse können Sie für Ihr Handeln nutzen.

 

Trend-Breite

Im unteren Teil sehen Sie die Trend-Breite: Sie zeigt Ihnen, wie viele DAX-Werte derzeit noch über ihrer 200-Tagelinie notieren. Dieser Wert liegt aktuell bei 29%. Also knapp ein Drittel der 30 DAX-Aktien zeigt noch einen intakten Aufwärtstrend.

Das ist rein technisch zu wenig, um den Aufwärtstrend im DAX fortzusetzen. Es wird also in den kommenden Wochen entscheidend darauf ankommen, ob zusätzliche DAX-Titel über ihren GD200 zurückfinden.

 

Das ist anders als 2007 und 2011

Ein optimistisch stimmendes Argument noch zum Abschluss: Dieses habe ich Ihnen mit den pinkfarbenen Linien markiert.

Wenn Sie die Entwicklung in den Jahren 2007 und 2011 mit der in diesem Jahr vergleichen, dann sehen Sie, dass vor 3 und 7 Jahren mit dem Durchbruch durch die 200-Tagelinie zugleich wichtige Tiefpunkte (deutlich) unterschritten wurden.

Der „10-Punkte-Unterbieter“ vor gut einer Woche fällt praktisch nicht ins Gewicht. Sollte die Marke 8.913 erneut und diesmal signifikant unterboten werden, dann wäre das ein massives Verkaufssignal.

 

Darauf sollten Sie jetzt im DAX achtgeben!

Wünschenswert wäre ein zügiger Anstieg des DAX über die 200-Tagelinie (aktuell etwa 9.500 Punkte) sowie eine schnell wieder ansteigende Trend-Breite auf mehr als 50%.

Solange diese Punkte nicht erfüllt werden, sollten Sie den DAX-Anstieg wohlwollend, aber auch kritisch verfolgen.

 

Viel Erfolg an den Börsen,

Ihr Andreas Sommer

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Ein Beitrag von: www.timingismoney.de: Zum optimalen Zeitpunkt im richtigen Markt

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