Sommers Charttechnik-Signale

Warum die Aktienmärkte einem goldenen Herbst entgegen gehen – Teil 2

Im ersten Teil meines Beitrages zum Thema „Droht uns ein Crash?“ hatte ich die von Spiegel Online in ihrem Artikel „Aktienmärkte in den USA: An der Börse riecht es nach 1987“ genannten Argumente widerlegt.

Heute erfahren Sie weitere von mir recherchierte Fakten, die Ihnen deutlich machen werden, warum eine Crash-Ansage völlig unsinnig ist und warum mich die jüngste Angst vieler Privatanleger so optimistisch stimmt.

Tatsächlich rechne ich sogar mit einem „goldenen Herbst“ an den Aktienmärkten! Und wie von Geisterhand zeichnet sich heute Morgen völlig überraschend eine diplomatische Syrien-Lösung ab und die Kurse ziehen kräftig an…

 

Wo bleibt denn da die Überraschung?

Ein Crash ist laut Wikipedia-Definition ein „plötzlicher allgemeiner Kurseinbruch“. Wenn ein Crash vom Spiegel und anderen Börsengurus wie Marc Faber oder Roland Leuschel „angekündigt“ wird, kann er wohl kaum noch „überraschend“ kommen?

Im Übrigen gehören Roland Leuschel und in gewissem Maße auch Marc Faber zu den Crash-Gurus aus Tradition. Sie haben schon oft größere Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten vorausgesagt – und damit auch tatsächlich schon einige Male richtig gelegen. Wenn man solche Abwärtsbewegungen lange genug voraussagt, hat man dann auch irgendwann mal recht damit.

Ich kann mich allerdings auch gut daran erinnern, dass Herr Faber den Gold-Crash in diesem Jahr nicht nur nicht kommen sehen hat, sondern mit seinen riesigen Goldpositionen auch noch voll in ihn hineingelaufen ist. Ich habe meine Leser hier auf www.timingismoney.de hingegen frühzeitig auf diese aus Sicht der Charttechnik sehr wahrscheinliche Entwicklung vorbereitet.

 

Nur weil viele vom Crash reden, muss er nicht eintreffen

Wenn alle – Experten und Privatanleger – vom Crash reden, dann haben sich alle auch schon entsprechend im Markt positioniert. Aber wer bitte soll dann noch verkaufen? Die Bestätigung dafür liefere ich Ihnen gleich dazu:

Das Unternehmen Birinyi Associates, Inc. veröffentlicht auf seiner Internetseite Ticker Sense seit vielen Jahren die Ergebnisse wöchentlicher Umfragen unter den prominentesten US-Investment-Bloggern, genannt der „Ticker Sense Blogger Sentiment Poll“.

Jeden Donnerstag beantworten die interviewten Investment-Blogger folgende Frage: „Wie lautet ihre Trend-Einschätzung für den S&P 500 für die kommenden 30 Tage?“

Einzig mögliche Antwort: „Bullish“, „Bearish“ oder „Neutral“. Auf Ticker Sense werden dann die prozentualen Auswertungen am darauf folgenden Dienstag in einem Tortendiagramm und zusätzlich die aktualisierte Historie über knapp 2 Jahre in einem Chart dargestellt.

Da die Mehrheit der Marktteilnehmer den Einschätzungen dieser „vermeintlichen“ Marktexperten folgt, lassen sich daraus insbesondere bei Extremwerten häufig zutreffende Prognosen ableiten.

Tief Ende August wurde zuverlässig angezeigt

Die am Donnerstag, den 29. August erhobenen Daten weisen 25,00% Neutrale, 20,83% Bullen und 54,17% Bären aus. Was die Befragten an diesem Tag natürlich noch nicht wissen konnten: Einen Tag zuvor markierte der S&P 500 (in der Rück-Betrachtung) mit 1.627 Zählern den Tiefpunkt der seit Anfang August anhaltenden Korrektur.

Schauen Sie nun bitte einmal auf die nachfolgende Grafik. Sie zeigt die Ticker Sense-Auswertungen seit Januar 2011.

 

SCS_1_130910_Ticker Sense-Historie

 

(Zum Vergrößern bitte in den Chart klicken)

Wie Sie sehen, wurde ein höherer Bären-Wert (62,96%) zuletzt im April dieses Jahres erreicht. Abgesehen davon befand sich der am 29. August erhobene Bären-Wert auf dem höchsten Niveau seit September 2011 (blaue Linie).

Die am vergangenen Donnerstag, 5. September, erhobenen und heute auf Ticker Sense veröffentlichten Sentiment-Werte weisen 34,78% Neutrale, 34,78% Bullen und nur noch 30,43% Bären aus.

Gestern Abend schloss der S&P 500 bei 1.671 und damit 44 Punkte über dem letzten Tief.

 

SCS_2_130910_Ticker Sense-aktuell

 

 

Kann es eine eindrucksvollere Bestätigung dafür geben, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer in Extrem-Situationen (außergewöhnlich hohe Bullen- oder Bären-Werte) regelmäßig falsch positioniert ist?

Der Grund ist simpel: Wenn die Bären klar in der Überzahl sind, dann gibt es eben nicht mehr so viele Marktteilnehmer, die noch verkaufen können.

Übrigens: Auf den hohen Bären-Wert Ende April folgte ein Mai, der dem Dow Jones in der Spitze einen Anstieg um +4,7% bescherte!

 

Fazit:

Sie sehen: Praktisch alle Argumente „pro Crash“ wurden widerlegt.

Ich kann Ihnen außerdem versichern: Die Charttechnik gibt – anders als 1987 – bis dato keine Hinweise auf einen dramatischen Kursrückschlag an den Aktienmärkten.

Eine alte Börsenweisheit besagt: „Haussen sterben in der Euphorie.“ Ganz ehrlich: Von Euphorie konnte ich im bisherigen Jahresverlauf wahrlich noch nichts verspüren.

Wenn alle auf fallende Kurse setzen, bleiben zu wenige übrig, um die Kurse auch wirklich nach unten zu treiben. In aller Regel kommt es dann genau umgekehrt und oftmals heftig:

Denn wenn die Kurse nicht wie erwartet abwärts streben, sondern sogar aufwärts tendieren, müssen die diejenigen, die auf fallende Notierungen gesetzt haben, ihre Verluste begrenzen. Damit haben sie jedoch nur Ihre Position “neutralisiert”.

Wenn die Ex-Bären auch noch vom Aufwärtstrend profitieren möchten, müssen sie anschließend long gehen (und zu Billen werden). Wer vorher verkauft hat, muss nun wieder kaufen, um dabei zu sein.

Das alles erzeugt zusätzliche Nachfrage und katapultiert die Aktienmärkte nicht selten kräftig nach oben.

Mit meiner „Anti-Crash-These“ stand ich zwar in den vergangenen Wochen – wie schon häufiger in meiner 33-jährigen Börsenkarriere – ziemlich alleine. Doch just in diesen Tagen scheint sich mein Querdenken wieder einmal als zutreffend zu erweisen.

 

Viel Erfolg an den Börsen,

Ihr

Andreas Sommer

 

P.S.: Verfolgen Sie wöchentlich auf meiner Internet-Seite www.timingismoney.de meinen kostenlosen Service Börsenklima.

Wie die von mir entwickelten Börsenklima-Indizes funktionieren, können Sie hier ausführlich nachlesen. Die dort präsentierten Indikatoren helfen Ihnen dabei, die generelle Marktentwicklung besser einschätzen zu können.

Sämtliche Daten und Grafiken basieren auf den Wochenschlusskursen und werden von mir spätestens am Sonntag aktualisiert und kommentiert. Alle von mir dort vorgestellten Indikatoren werden bezüglich ihrer Berechnung und Interpretation ausführlich erläutert.

Ich lade Sie herzlich ein, meine Rubrik Börsenklima regelmäßig zu besuchen und sich so über den Marktzustand für Ihren eigenen Investment-Erfolg auf dem Laufenden zu halten.

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Ein Beitrag von www.timingismoney.de: Zum optimalen Zeitpunkt im richtigen Markt

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