Sommers Charttechnik-Signale

Warum die Aktienmärkte einem goldenen Herbst entgegen gehen – Teil 1

Unter den Privatanlegern geht die Angst vor einem Absturz an den Aktienmärkten um. Zahlreiche „sogenannte“ Börsenexperten und die Medien reden einen solchen Crash regelrecht herbei.

Die wachsende Sorge wird überdies ganz aktuell gespeist von der Syrien-Krise. Wenn die USA eventuell doch noch militärisch eingreift, dann hätte das möglicherweise unabsehbare Folgen für die Region, da sich weitere Mächte im Nahen (und fernen) Osten zu einem Eingreifen genötigt fühlen könnten.

Ich sage Ihnen: „Wenn“, „eventuell“, „hätte“, „möglicherweise“ und „könnten“ waren noch nie gute Börsenratgeber. Die Angst der Marktteilnehmer stimmt mich sogar ausgesprochen optimistisch!

Angstmacher Spiegel Online

Spiegel Online schürte die Ängste der Privatanleger in der letzten Woche mit dem Aufmacher: „Aktienmärkte in den USA: An der Börse riecht es nach 1987“. Weiter heißt es in dem Artikel:

Droht an den Aktienmärkten ein Absturz wie einst 1987? Die Parallelen sind vor allem in den USA frappierend – angefangen von der Sorglosigkeit der Anleger über die steigenden Zinsen bis hin zu übertriebenen Bewertungen.

Dies sind die Argumente im Spiegel-Artikel:

 

Erstes Spiegel-Argument:

Im Vorfeld des 1987er Crashs ging es bereits über fünf Jahre lang stetig aufwärts an den Börsen. Der aktuelle Kursanstieg begann im März 2009 und hat seine statistische Lebensdauer damit bereits einige Monate überschritten.

Meine Meinung dazu: Die Börsen haben sich noch nie an Durchschnittswerte gehalten. Der Hinweis auf die statistische Lebensdauer signalisiert bereits, dass es durchaus auch längere Zyklen gegeben haben muss.

Und tatsächlich zeigt ein Blick auf die Spiegel-Quelle, dass 7 der 15 seit dem Jahr 1871 erlebten Bullenmärkte eine längere Dauer aufweisen als der Median von 50 Monaten. Die beiden längsten Zyklen (1975 bis 1987 und 1988 bis 2000) währten mit 153 Monaten sogar mehr als dreimal (!) so lang wie der laufende Zyklus von aktuell 49 Monaten.

Im Übrigen stimmt laut der von Greenbackd.com veröffentlichten Zyklen-Tabelle die Aussage nicht, wonach der laufende Bullenmarkt seine statistische Lebensdauer bereits um einige Monate überschritten habe. Schlecht recherchiert, liebe Spiegel-Redakteure!

 

Zweites Spiegel-Argument:

Automatische Verkaufsprogramme beschleunigten 1987 den dramatischen Ausverkauf an den Aktienmärkten. Der computergesteuerte, oft stumpf prozyklische Computerhandel dominiert heute noch stärker als damals die Kapitalmärkte.

Mal abgesehen davon, dass bei diesem Argument kein Vergleich zu 1987 gezogen wird: 1987 steckten automatisierte Handelsprogramme noch in den Kinderschuhen. Es gab so gut wie noch keine Erfahrung im Umgang damit, schon gar nicht in Extremsituationen.

Heute wird der Handel mit Aktien des S&P-Index für fünf Minuten ausgesetzt, wenn sie zuvor in fünf Minuten mehr als -10% an Wert verloren haben.

 

Drittes und viertes Spiegel-Argument:

Im abgelaufenen Quartal steigerten die Unternehmen im US-Standardwerteindex S&P 500 ihre Gewinne gegenüber dem Vorjahr um rund zwei Prozent. Die Kurse zogen im gleichen Zeitraum um knapp 20 Prozent an. Das heißt: Die Kurse klettern – und auch das ist eine Parallele zu 1987 – nicht aufgrund der immer besseren Fundamentaldaten, sondern vor allem, weil man Aktien immer höhere Bewertungen zubilligt, und das, obwohl, genau wie im Jahresverlauf 1987 … (Anmerkung: viertes Argument) die Zinsen markant steigen. Seit Anfang Mai ist die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 1,2 Prozentpunkte auf nunmehr wieder 2,8 Prozent gestiegen, weil Investoren ein nahendes Ende der Anleihenaufkäufe durch die US-Notenbank antizipieren.

Der nachfolgende Chart macht schnell klar, wie sehr das dritte Argument an den Haaren herbeigezogen wurde:

 

SCS_1_130909_KGV_Dow Jones

 

(Zum Vergrößern bitte in den Chart klicken)

Kurz vor dem 1987er-Crash, im August, lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis der 30 Dow Jones-Aktien bei 29,3 (pinkfarbene Linie). Aktuell liegt es mit 13,4 nicht einmal halb so hoch!

 

Dem vierten Argument halte ich entgegen: „Na und!?“

Einige Experten scheinen entweder ein echtes Kurzzeitgedächtnis zu haben oder unter Alzheimer zu leiden.

Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen hatte bis zum Jahr 2008 niemals zuvor unter 3,09% (erreicht im Juni 2003) gelegen. Meine bis 1994 zurückreichende Datenreihe weist für November 1994 ein Top von 8,16% aus. Im Juli 2012 erreichte die Rendite ein historisches Tief bei 1,47%.

Mit aktuell 2,89% hat sich dieser Wert seither zwar knapp verdoppelt, liegt aber noch immer klar unter dem ehemaligen Tiefpunkt von 3,09%.

Meines Erachtens ist der Renditeanstieg lediglich ein äußeres Zeichen dafür, dass die zwischen 2008 und 2012 aufgrund der Finanzkrise extrem aufgepumpte Anleiheblase endlich etwas Luft ablässt.

 

Anleger haben in den letzten 14 Monaten endlich realisiert und umgesetzt, was ich schon seit 2 Jahren schreibe und empfehle: Die Rendite deckte zwischen 2011 und 2012 weitgehend nicht einmal die Inflationsrate. Ich habe daher schon seinerzeit zum Wechsel in den Aktienmarkt geraten.

Früher war für den Aktienmarkt ein Zinsniveau von 6% gefährlich, weil dann Anleihen den sichereren Ertrag zu bringen schienen. Das mag heute nicht mehr opportun sein. Aber auf von einem Niveau von 4% oder 5% sind wir mit aktuell 2,89% noch immer weit entfernt!

 

Fünftes Spiegel-Argument:

Als fünftes Argument wird noch einmal das Kriterium Bewertung herangezogen:

„Denn die ist nach gängigen Maßstäben bestenfalls luftig, und schlimmstenfalls überteuert. Und von einem Einbruch an den US-Börsen würden sich auch die günstiger bewerteten europäischen Märkte nicht abkoppeln können.“

Auch hier gibt es wieder keine konkrete, sondern allenfalls eine „WischiWaschi“-Aussage. Zum Stichwort Bewertung hatte ich bereits meine Antwort gegeben.

 

Soviel für heute. In der nächsten Ausgabe erfahren Sie einige weitere von mir recherchierte Fakten, die Ihnen deutlich machen werden, warum eine Crash-Ansage völlig unsinnig ist und warum mich die derzeitige Angst vieler Privatanleger so optimistisch stimmt.

 

Viel Erfolg an den Börsen,

Ihr

Andreas Sommer

 

P.S.: Verfolgen Sie wöchentlich auf meiner Internet-Seite www.timingismoney.de meinen kostenlosen Service Börsenklima.

Wie die von mir entwickelten Börsenklima-Indizes funktionieren, können Sie hier ausführlich nachlesen. Die dort präsentierten Indikatoren helfen Ihnen dabei, die generelle Marktentwicklung besser einschätzen zu können.

Sämtliche Daten und Grafiken basieren auf den Wochenschlusskursen und werden von mir spätestens am Sonntag aktualisiert und kommentiert. Alle von mir dort vorgestellten Indikatoren werden bezüglich ihrer Berechnung und Interpretation ausführlich erläutert.

Ich lade Sie herzlich ein, meine Rubrik Börsenklima regelmäßig zu besuchen und sich so über den Marktzustand für Ihren eigenen Investment-Erfolg auf dem Laufenden zu halten.

 

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Ein Beitrag von www.timingismoney.de: Zum optimalen Zeitpunkt im richtigen Markt

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