Wann wird den “Bankstern” endlich das Handwerk gelegt?

Um es gleich vorweg zu sagen: Ja, auch ich bin ein gelernter Banker. 16 Jahre war ich für eine Großbank tätig, davon allein zehn Jahre als Wertpapierberater.

Daher könnte man mir durchaus eine gewisse Zugehörigkeit zu dieser Berufsgruppe unterstellen. Tatsächlich jedoch bin ich bereits 1996 aus der Bank ausgeschieden, weil ich die Bevormundung durch meinen Arbeitgeber und seine massive Einmischung in meine Beratertätigkeit nicht mehr ertragen konnte.

Und ganz ehrlich: Seit nunmehr 16 Jahren bin ich heilfroh, nicht mehr dieser Kaste anzugehören. Ja, ich schäme mich zunehmend, selbst einmal dieser Berufsgruppe angehört zu haben. Von Jahr zu Jahr widert es mich mehr an, wie diese Branche immer rücksichtsloser mit ihren Kunden umspringt und diese immer skrupelloser ausnimmt.

So wundert es nicht, dass Banker heutzutage gerne auch als “Bankster” tituliert werden. Ein Schimpfwort, das vom amerikanischen Wort Gangster abgeleitet ist.

Überdies haben einige Banken seit der Finanzkrise im Jahr 2008 ganz offensichtlich die Ansicht übernommen, sie seien unfehlbar. Die Bestätigung hierfür lieferte bekanntermaßen Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein im November 2009, als er öffentlich kundtat, seine Bank “verrichte Gotteswerk”.

Was ich jedoch in dieser Woche über die Bankenbranche lesen musste, hat meine Ansicht über diese Berufsgruppe keinesfalls verbessert. Und ich muss zugeben, dass mir beim Lesen die Zornesröte ins Gesicht stieg.

An den “Preferentes” verdienten nur die Banken

Jahrelang verkauften spanische Banken ihren Kunden sogenannte “Preferentes”. Das sind Zwitterpapiere aus Aktien und Anleihen. Der Name suggeriert – abgeleitet vom lateinischen praeferre = vorziehen – eine bevorzugte Behandlung der spanischen Bankkunden.

Und tatsächlich wurden diese Wertpapiere aus dem eigenen Hause den Bankkunden als absolut sichere und gut verzinste Geldanlage verkauft. 300.000 Anleger müssen nun allerdings befürchten, 40% ihres ursprünglichen Einsatzes zu verlieren, wenn die maroden spanischen Banken enorme Abschreibungen vornehmen müssen.

Jahrelanger internationaler Bankenbetrug

16 Banken sind angeklagt, sich zwischen 2005 und 2009, also vier Jahre lang (!), an der Manipulation des Interbankenzinssatzes Libor beteiligt zu haben. Der Libor ist der Referenzzinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen und der täglich vom britischen Bankenverband für zehn Währungen ermittelt wird, darunter auch der US-Dollar und der Euro.

Neben der britischen Bank Barclays, die sich bereits schuldig bekannt hat, sollen in diesen Skandal unter anderem die schweizerische UBS und die Deutsche Bank verstrickt sein.

Neben Banken sind jedoch auch Investoren geschädigt worden, denn der Libor ist zugleich Basis für Kredite und Derivate im Nominalwert von schätzungsweise 350.000 Mrd. US-Dollar. Der für die Weltwirtschaft entstandene Schaden wird auf 14,1 Mrd. Euro geschätzt.

Ohne Kontrolle Milliarden verzockt

Der dritte Skandal betrifft die amerikanische Investmentbank J. P. Morgan und ist eigentlich bereits seit Monaten bekannt. Schon im Mai hatte die Bank zugegeben, aufgrund elementarer Fehler im Risikomanagement, im Eigenhandel einen Verlust von etwa 2 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet zu haben. Eine Ausweitung der Verluste konnte seinerzeit schon nicht ausgeschlossen werden.

Heute gab die Bank im Zuge ihres Quartalsberichtes bekannt, dass der durch dieses Fehlgeschäft entstandene Verlust mit 4,4 Mrd. US-Dollar sogar mehr als doppelt so hoch ausgefallen ist. Und noch immer kann das bereits entstandene Minus noch größer werden, da das Portfolio noch immer nicht endgültig bereinigt ist.

Tut endlich was!

Die Leidtragenden dieser Skrupellosigkeit und Rücksichtslosigkeit der gesamten Bankenbranche sind gutgläubige Kunden und Investoren. Ich kann Ihnen daher nur raten, ihre Geldgeschäfte selbst in die Hand zu nehmen. Und ich hoffe sehr, dass die Gesetzgeber diesen “Bankstern” endlich das Handwerk legen.

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Ein Beitrag von: www.timingismoney.de: Zum optimalen Zeitpunkt im richtigen Markt

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